Nils Holgerson und eine Wiederbelebung
Der Himmel ist wie blau-rauchiges Glas. Seit Stunden liege ich am Rücken und träume mich in ihn hinein. Die PC6 erinnert mich beim Beschleunigen an eine Gans, die mit weit ausgebreiteten weißen Flügeln bissig schnatternd und leicht schwänzelnd von der Runway vertrieben wird. Das Kribbeln sitzt an der richtigen Stelle-knapp unter meinem Bauchnabel, das von dem Widerhall des Propellers der Pilatus Porter schon aus alter Routine ausgelöst wird.
So oft ist sie jetzt ohne mich geflogen und ich fühle mich ein bisschen wie Nils Holgerson, deute akribisch die Gesichter der Zurückkehrenden und kann nur aus meiner Erinnerung nachvollziehen, wie weit der Horizont und klar die Luft in 4000 Meter gewesen sein mag.
Der Horizont hier unten schiebt sich schon der Sonne entgegen und der Flugplatz wird langsam stummer, als ich mich endlich dazu entscheide, meinem Wunsch wieder nachzugeben. Ich will mich nicht mehr von der klammen Angst vereinnahmen lassen, will zulassen und hinter mir lassen-einen Schritt weiter gehen.
Die Meisten springen nach so einem schweren Unfall nie mehr wieder. Auch diese Möglichkeit musste ich für mich in Betracht ziehen, wollte ich aber seit heute nicht mehr.
Christian ist professionell und freundlich, schnallt mir das Tandem-Pax-Gurtzeug an und obwohl ich schon zwei Tandems und 150 Sprünge mit meiner Lizenz gemacht habe, erklärt er mir nocheinmal genau das Prozedere vom Einstieg bis zum Eintritt in den freien Luftraum. Sehr angenehm. Meine alten Routinen haken sich bei seinen Worten wieder ein, obwohl ich seit 10 Monaten nicht mehr in der Luft war.
Der Aufstieg ist berauschend. Eine goldglänzende Donau verliert ihre Schlingen im gleißenden Dunst, saftige Weinberge karieren weibliches Land, dazwischen reißen mich ein paar Rückblicke an die schmerzhafte Load in ein leicht ängstliches Flattern, das aber die altbekannten Springergesichter sofort mit einem aufmunternden Lächelnd abfangen.
Ein letzter Gruß und blubblubblub sind alle draußen, ich und mein Freudenschrei auch und in der nächsten Sekunde hab ich auch schon zwei Küsse auf den Lippen - einen von meinem Liebsten, der den Tandem begleitet und einen vom Himmel.
Gut abgesetzt spiralisieren wir uns hinunter, auch über den Ort, an dem ich stöhnend vor Schmerz im Dreck gelegen hab.
Aber wir bleiben nicht dort sondern gleiten weiter. Dahin wo wir auch hingehören, auf die weiche Wiese, wo Bier und ein netter Abend wartet.
Danke Christian!
:: LINK: JumpClub Krems
So oft ist sie jetzt ohne mich geflogen und ich fühle mich ein bisschen wie Nils Holgerson, deute akribisch die Gesichter der Zurückkehrenden und kann nur aus meiner Erinnerung nachvollziehen, wie weit der Horizont und klar die Luft in 4000 Meter gewesen sein mag.
Der Horizont hier unten schiebt sich schon der Sonne entgegen und der Flugplatz wird langsam stummer, als ich mich endlich dazu entscheide, meinem Wunsch wieder nachzugeben. Ich will mich nicht mehr von der klammen Angst vereinnahmen lassen, will zulassen und hinter mir lassen-einen Schritt weiter gehen.
Die Meisten springen nach so einem schweren Unfall nie mehr wieder. Auch diese Möglichkeit musste ich für mich in Betracht ziehen, wollte ich aber seit heute nicht mehr.
Christian ist professionell und freundlich, schnallt mir das Tandem-Pax-Gurtzeug an und obwohl ich schon zwei Tandems und 150 Sprünge mit meiner Lizenz gemacht habe, erklärt er mir nocheinmal genau das Prozedere vom Einstieg bis zum Eintritt in den freien Luftraum. Sehr angenehm. Meine alten Routinen haken sich bei seinen Worten wieder ein, obwohl ich seit 10 Monaten nicht mehr in der Luft war.
Der Aufstieg ist berauschend. Eine goldglänzende Donau verliert ihre Schlingen im gleißenden Dunst, saftige Weinberge karieren weibliches Land, dazwischen reißen mich ein paar Rückblicke an die schmerzhafte Load in ein leicht ängstliches Flattern, das aber die altbekannten Springergesichter sofort mit einem aufmunternden Lächelnd abfangen.
Ein letzter Gruß und blubblubblub sind alle draußen, ich und mein Freudenschrei auch und in der nächsten Sekunde hab ich auch schon zwei Küsse auf den Lippen - einen von meinem Liebsten, der den Tandem begleitet und einen vom Himmel.
Gut abgesetzt spiralisieren wir uns hinunter, auch über den Ort, an dem ich stöhnend vor Schmerz im Dreck gelegen hab.
Aber wir bleiben nicht dort sondern gleiten weiter. Dahin wo wir auch hingehören, auf die weiche Wiese, wo Bier und ein netter Abend wartet.
Danke Christian!
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tischNr2 - 6. August, 00:41
---- Flugente-----
Wahnsinn... wie gehts dir?!?!?! Hab ja schon Ewigkeiten die sich mir entreißen nix mehr von dir gehört und gelesen!
Bewundere dich für den Mut dich wieder hoch hinauf zu wagen und die Kunst sich darauf sanft abzusetzen!!
Ich schicke ein paar Grüße in Flugeseile zu dir...
Alles Liebe