Panini-Bilder-Sammlung
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Bitte, bitte, bitte!!!
Der brave Bankomat-Dieb
ZEIT: Mittag, Sommer
Die Bürde einer Familie besteht unter anderem darin, dass man die G'schroppen (zu deutsch "Kleine Kinder") der Schwestern hüten darf. Zwischen den langen Nächten vor dem Computer erschien mir das als eine willkommene Abwechslung, nochdazu bei genau jenem blonden Spross, der bislang als völlig unkompliziert galt.
Ich schob also das schläfrige und längst Flaschen-entwöhnte Kind Richtung Cheesburger und Junior-Tüten-Gratisgeschenk (als Tante darf man das!), um dann draufzukommen, dass vorher dringend automatische Geldbeschaffung von Nöten sei.
Im Zickzack umschiffte ich die unzähligen Touristen-Knie mit dem Kinderwagen in der flirrenden Hitze möglichst rasch, um zum nächsten Bankomat und weiters zur klimatisierten Futterstelle zu gelangen, stelllte das Kind ab, Karte raus, Karte einführen, Code tippen, BiepBiepBiepBiep, Code falsch,Böööööp, Korrektur, Check-Blick zum hoffentlich nicht gestohlenem Kind, Betrag eintippen, Biep,Biep,Biep, Karte raus, runterbeugen, Karte gleich im Rucksack zu meinen Füßen verstauen, ein Schatten im Augenwinkel, Geld aus dem Schacht rausz...VERDAMMT! WO IST DAS GELD?
Eine Gruppe österreichischer Urlauber stand mit verdatterten Gesichtern hinter mir und deutete diffus in eine Richtung. Die Richtung war leer, besser gesagt: Voll mit flanierenden Touristen.
"Da war ein Mann und hat ihr Geld aus dem Automaten-Schacht genommen und er ist dort hin! Der mit dem schwarzen Hemd."
"Okay, danke...aber...ähm" Im Geiste flatterten mir die Handlungsmöglichkeiten herunter, der Mann entfernte sich zusehends. Er schmiegte sich verliebt an seine Partnerin.
Möglichkeit 1.) Kinderwagen schnappen und dem Dieb nachrennen?
Der gesamte Inhalt des Kinderwagens (Windeln, Popsch-Creme, Wasserflasche, 20 Stofftiere, Fotoaparat, Jacke, Hut, Schnuller,...) würde sich bei einer Karambolage mit den Kniekehlen eines Touristen überschlagen und samt Kind über die Strasse verteilen. Dazu käme eine Anzeige wegen Körperverletzung und ein strenges Verhör der Mutter über das verschrammte Kindergesicht.
Möglichkeit 2.) Kind mitsamt Klumpert stehen lassen und den Dieb stellen?
Das adrette Kind würde herrenlos herumstehen und von einer armen unfruchtbaren Frau oder einem pädophilen Knasti klammheimlich verschleppt und zum neuen Wohnungseigentum erklärt werden und jahrelang in einem Keller als Sexspielzeug oder Haushaltshilfe dienen müssen. Als Folge könnte ich mich nur jahrelang selbstgeißeln.
Möglichkeit 3.) Dem Mann ein lautes "AAAAAAArschloch" hinterherschreien und auf das Geld verzichten?
Die gebildeten Kulturtouristen würden sich empört umdrehen und nach dem Urlaub in den Interneturlaubspreisvergleichforen über die unmöglichen Manieren von den Einheimischen aufregen und somit den Grundstein des Tourismusrückganges in Wien legen. Das Kind würde die Sprachnachlässigkeit gegen Mütter und Kindergartentanten anwenden und sagen, das hätte sie von mir - außerdem hungrig bleiben und den ganzen Tag mit jeiernder Stimme nach dem Gratisgeschenk flehen.
Ich hätte somit an diesem sowieso bezahlfreien Babysittig-Tag minus 100 Euro verdient und wäre ebenfalls hungrig und sehr, sehr mürrisch. Tagelang.
Ich entschied mich für Möglichkeit Nummer 3...oder...nein...doch 2, brüllte den verdatterten Umstehenden ein furchteinflössendes "AUFPASSEN!!!" mit einem Fingerzeig auf das Kind hin, und rannte.
"Entschuldigung bitte!" Ich wollte forsch und grimmig wirken, tatsächlich war ich aber furchtbar höflich. Der schwarz-betuchte Mann und seine Freundin drehten sich um.
"Sie haben meine 100 Euro genommen. Dort aus dem Bankomat!"
Er sagte nichts, schaute mich an und streckte mir die geöffnete Hand hin, in der mein grüner Fetzen verschwitzt und zusammengerollt lag.
Dann drehten sich die beiden um, gingen einfach weiter, ruhig und kompakt.
Als ich mich zu dem Kinderwagen zurückdrehte, sah ich ein lächelndes, hungriges Mädchen und einen Kreis Kulturtouristen, die wangenkneifend und und in Kindersprache giggelnd aufpassten.
Die Welt ist nicht schlecht eher kontrastreich, dachte ich.
Fußball-Gedanke
Fußball-Haiku
Was wurde aus...Bobby Lugano?
(* Sein Gesicht erinnerte mich immer an eine Mutation aus Heinz Conrads und Oliver Hardy)
Bobby Lugano oder Kurt Drössler, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, wurde am 27. November 1917 in Wien geboren und wuchs in Bad St. Leonhard im Lavantal/Österreich auf. Er erlernte den Beruf des Tiefbauingenieurs und wurde während des Krieges dem "Luftgau Norwegen" zugeteilt. Davon leitete er auch später seinen Künstlernamen ab. Dem Umstand, dass er als Beruf Varieté-Künstler angab, verdankte er scheinbar sein Leben, denn er wurde glücklicherweise einer Fronttheaterkompanie zugeteilt.1964 war Bobby Lugano einer der Darsteller in der sechsteiligen Fernsehreihe "Nicht verzagen – Stangl fragen", wo er einen Zauberer spielte.
Bekannt wurde er aber vorallem durch ORF-Sendungen wie "Bobby und Strolchi" und "Bobby und die Wunderlampe".
1979 produzierte er gemeinsam mit dem Zauberer Arminio Rothstein (der bei ihm Unterricht nahm) 40 Betthupferl unter dem Titel "Der Zauberkasten mit Bobby und Habakuk". Auch bei der beliebten Kinderbastelsendung "Am Dam Des" trat er als Zauberkünstler auf. Sein Charakteristikum war, dass er immer bauchredend mit dem kinderherzenerweichenden Hund "Strolchi" (einer etwas speckigen Handpuppe) auftrat.
Gescheiterte Zauberkunststücke kommentierte er immer mit den Worten "Ja, zaubern müsste man können" und einem schmalzigen aber verschämten Lächeln.
Bis zu seinem Tod, am 19. März 1994 in einer Privatklinik in Wien/Döbling besaß Bobby Lugano ein kleines Café in Breitensee auf der Hütteldorfer Straße. Sein Leichnam wurde nicht beigesetzt sondern vermachte er der Anatomie.
Restlverwertung

Der samstägliche Flohmarkt am Wiener Naschmarkt macht Freude besonders bei der weichen Luft, die bis heute vor den Gewitterwolken hergeschoben wurde.
Da gibts stinkende Turnschuhe aus Plastik, Spitzendeckerln, Autositze, Uniformen, löchrige Teppiche, Kofferradios in hellblau, halbe Schreibtischlampen und Wasserbüffelköpfe.
Ich fuhr mit meinem knallroten Rad so langsam wie möglich an den Standln vorbei, damit mir auch nichts von dem Kleinscheiß entgeht und war fasziniert von der alten Wasserbüffel-Jagdtrophäe aus Afrika, datiert mit Neunzehnhundert...ähm...ich musste noch näher ranfahren...irgendwas mit 8...
"Suchen sie etwas bestimmtes?" Fragte der Mann vom Standl so höflich wie eine Unterwäscheverkäuferin.
"Wieviel kostet der Wasserbüffel?"
"Der WAAAS???"
"Der Schädl, daaa am Boden" und zeigte - noch immer auf meinem Fahrrad balancierend - hin.
"200 Euro..." aber als er mir in die Augen sah wußte er schon, dass er mir zu teuer war. Da ich auch weder meine Tasche noch mein Konto Liquidität aufwies, wollte ich auch nicht handeln und schüttelte nur den Kopf.
"Warte mal Mädl. Wir machen einen Tausch! Wasserbüffel gegen Dein Fahrrad!"
Ich überlegte. Mein Rad war toll und der Wasserbüffel war toll. In zehn Jahren findet man sowas nicht mehr, weil es einfach zu makaber ist, Wasserbüffel sowohl zu schießen als auch zu verkaufen. Die daraus resultierende Bläuäugigkeit nach einer heftigen Konfrontation mit VierPfoten tut sich irgendwann keiner mehr an. Auch wenn das Tier schon Neunzehnhundert...ähm...achtundirgendwas...??? Aber ich war ehrlich und wollte zudem nicht mit einem alten (stinkenden?) Büffelkopf in der Hand quer durch Wien latschen.
"Tut mir leid, bei dem Deal steigen sie schlecht aus, mein Fahrrad hat neu gerade einmal 179,90 beim Baumarkt gekostet".
Keine zwei Standln später sprang mir ein dunkler, ca. 14jähriger Knabe vor den Stollenreifen, bzw wurde mir offensichtlich von seinem Vater vor das Rad geschubst.
"Du verkaufen Fahrrad?"
"Nein, tut mir leid. Ich brauche es noch zum heimfahren"
"Wieviel kostet?"
"Keine Ahnung, es ist nicht verkäuflich"
"Hat neu gekostet?"
"400 Euro" log ich, um ihm zu zeigen, dass er den Handel gar nicht erst anfangen brauchte. Im selben Moment biß ich mir aber auf die Zunge. Denn dann konnte ich mein Rad nicht mehr unbeaufsichtigt lassen und Kaffee trinken gehen. Beim letzten Flohmarkt hat mir irgendwer alles abgeschraubt.
"H-U-N-D-E-R-T-N-E-U-N-U-N-S-I-E-B-Z-I-G-N-E-U-N-Z-I-G" rief ich ihm sinnloserweise nach, denn er war schon wieder verschwunden.
Am Ende des Marktes hatten sich die Schmarotzer angesiedelt - Leute, die keine Standgebühr zahlen wollen. Ab dort dünnen die darbebotenen Waren übergangslos in Ramsch, Unverkäufliches und Dreck aus. Hinter dieser "Zone" lag ein Fahrradsattel auf dem Boden. Schwarz, ordentlich vernähtes Leder, neuwertig und herrenlos. Als hätte ihn jemand verloren.
Aber als ich ein zweites Mal hinschaute, war auch schon ein dicker Mann zur Stelle, der ihn unauffällig aufhob, sich noch unauffälliger umschaute und sich damit verdünnisierte.
Auch der Wasserbüffel hatte einen Abnehmer gefunden. Er striff mich beinahe mit seinen geschwungenen schwarzen Hörnern, als er an mir vorbei in einen Kleinbus gehievt wurde. Neunzehnhundertachtund...zwanzig. Aha.
Hier bleibt auch nichts übrig.
Fußball-Haiku
ZUPICKER von Deichmann

... klebte auf den Billig-Socken ohne Gummibünderl von Deichmann.
Keine halben Sachen

Meine Neugierde ist beinahe maßlos. Deswegen mag ich auch keine Fortsetzungsfilme, Fortsetzungsromane und gemeine Zeitgenossen, die um meine Schwäche für Vollständigkeit wissen und sie schamlos ausnutzen, indem sie sich Geschichten aus der Nase ziehen lassen.
Ein Panini-Album zu besitzen wäre also für mich der reinste Masochismus.
Trotzdem bin ich einer Leidenschaft verfallen. Zupicker sammeln.
Zupicker waren heiliges Gut in meiner Kindheit. Gemeint sind damit Aufkleber aller Art. Nicht um des Aufklebens Willen oder weil man die Richtigen gegen Jausenbrote tauschen konnte sondern aus der reinen Tatsache heraus, dass man sie aufkleben könnte, weil sie eine Klebefläche hatten.
Dabei war es meist völlig egal, weiches Motiv die Vorderseite zierte, viel wichtiger war die Größe und Anzahl.
Ich erinnere mich an die begehrten "Unser Heer"-Pickerln mit den gezeichneten Igeln, die wir von unserem Oberst-Onkel geschenkt bekamen oder die knallroten "Coca Cola - Freiheit auf Rädern"-Gewinnspielsticker. Eines davon klebte ich meiner Großmutter auf ihren Rollstuhl (den sie eine Zeitlang in Verwendung hatte), denn ihr Nickname ist "Coca".
Auch die "I LOVE..."-Trophäen, die mit dem großen roten Herz damals jedes Auto zierten, war kurzzeitig in meiner kleinen Sammlung.
Vor einem Jahr hab ich diese kindische Manier wieder aufgenommen und mittlerweile wahre Goldstücke ersammelt.
Noch immer ist es mir egal, welches Motiv drauf ist, Hauptsache es pickt.
Neulich kaufte ich mir mit statt dem üblichen Packerl "Rote Gauloises" ein paar Packerl Fußballpickerl. Doch so erfreut wie ich gehofft hatte, war ich gar nicht. Denn drinnen fand sich unter anderem ein HALBER Zupicker mit der Mannschaft von Rapid Wien.
Auch wenn ich die restlichen Gesichter kenne: Die Neugierde auf die andere Hälfte macht mich fertig.
Das ist also der Start in die neue Kategorie "ZUPICKER-SAMMLUNG".
Sollte jemand seine Sammlung auflösen wollen bitte ein Mail an beim.michls@gmx.at
:: LINK: Nette Pickerlgeschichten gibts auf www.pickerl.org
Gespräch mit einer Mutter
Aus dem Kinderwagen windet er sich wie ein Aal, er will nicht sitzen. Kaum hat er sich losgeschnallt, wirft er sich auf den Boden - im Supermarkt, auf der Straße, klaubt unsichtbare Murmeln auf und wälzt sich im Dreck.
Abends ist er durch die Müdigkeit so überdreht, dass er nur einschlafen kann, wenn ich ihn stundenlang hin und her wiege.
Manchmal hab ich Angst, dass er an seinen Tränen erstickt.
Alle wissen so gut darüber Bescheid, wie ich ihn zu behandeln habe. Die Ärzte, die Psychologen, andere Mütter. Ich soll ihn in ein Heim geben, mein Leben normal weiterleben, mich nicht überfordern, ihn wegstecken. Viele sagen, dass ich abtreiben hätte lassen sollen. Das arme Kind leidet, sagen sie.
Aber kurz bevor er seine braunen Mandelaugen zumacht und wegdöst, flüstert er mir das Wort "L-I-E-B" an die Schulter.
Manchmal hab ich Angst, an meinen Tränen zu ersticken, wenn ich darüber nachdenke ihn weggeben zu müssen. Er ist mein Sohn."
FREMD-TRINKEN in der Kunsthalle Wien

LOKALART & Subjektiver Eindruck
Restaurant, Café, Cocktailbar. Die Lokation zeigt nicht nur Kunst sondern ist selbst ein künstlerlisches Projekt. Von den Sitzgelegenheiten bis zu den Teelichtern enspricht nichts einem Standard-Caféhausinterieur. Im Sommer beschränkt sich der be-SITZ-bare Raum nicht nur auf den coolen Glaskobel und die breite Holzveranda sondern endet erst im Gras bei den Liegestühlen, die auf der anderen Seite des kleinen Durchzugs-Wegerls unter schattigen Bäumen aufgestellt wurden. Bei einem großen CafeLatte aus dem vanille- oder schokofarbenen Bechern wird man unweigerlich kreativ bzw schaut zumindest danach aus (so wie alle anderen Besucher auch). Es ist vielleicht das Licht, oder die Möbel...ich weiß nicht.
Die Kellner sollten bei dem täglichen Andrang eigentlich ziemlich mürrisch sein oder zumindest heillos überfordert- sind sie aber nicht - im Gegenteil, auch sie strahlen coole Individualität aus, servieren, lachen und rauchen. Irgendwie hat es hat ein bissl was von Amsterdam nur ohne Wasser.
Einen Platz bekommt man allerdings nur mit einem Stoßgebet zum Heiligen Antonius.
Besonderheiten: Wechselnde Ausstellungen in der angeschlossenen Ausstellungshalle. Der Platz bietet bis in den Abend hinein noch Sonne, während DJ's ihre Scheiben auf die Teller legen.
INFOS
Karlsplatz Treitlstraße 2, 1040 Wien, Österreich
Tel.:+4315870073
E-Mail: info@kunsthallencafe.at
Öffnungszeiten: täglich 10h bis 02h
Essen & Trinken:Afrikanische-, internationale- und Wiener Küche
Kleidung:Leger, kreativ, stylish
Kennenlern-Faktor:4 von 5 Punkten
Gemütlichkeit: 5 von 5 Punkten
lieber sitzen by Zenzi van Alm
lange sitzen
leer getrunken
lautes singen
letzte runde
lieber mehr
by Zenzi van Alm
...
"Jaaaaaa?"
"Ich brauch Dich!"
"Wofür?"
"Zum Leben!"
"Und was mach ma da?"
"Weiterleben!"
Also...

so schnell kanns gehen, daß man aus dem beschaulichen Hausfrauen- und Alleinerzieherin-von-drei-Kindern-Dasein in das Haifischbecken der Berufstätigen geschleudert wird. Dabei wollte ich gestern nach der Messe nur schnell einen Kaffee mit einer Freundin trinken gehen. Gelandet sind wir in einer neueröffneten Espresso-Bar, die nicht viel größer als mein Badezimmer ist, deren italienischer Charme sich aber trotz modernem Interieur wohltuend von den übrigen Cafés unserer norddeutschen Wahlheimat abhebt. Daß eine Aushilfe für vormittags gesucht wird, erfahren wir vom Chef persönlich, der sich nach kurzer Zeit ungefragt mit drei Grappagläsern zu uns setzt. Lucia ist gleich begeistert, lobt meine Fähigkeiten und meine Einsatzfreude und bevor ich noch den Mund aufmachen kann, hat sie ihm schon meine Telefonnummer auf die Serviette gekritzelt. Wofür hat man denn sonst Freunde?!
Heute früh, ich liege gerade gemütlich in der Badewanne, geht das Telefon und die Klassenlehrerin meines 11jährigen Sohnes teilt mir mit, daß Constantin Zahnschmerzen hat und wünscht, abgeholt zu werden. Kaum habe ich einen Termin beim Zahnarzt gemacht, läutet es wieder.
"Hallo, hier ist Martin" - kenne keinen Martin -
"kannst Du heute schon anfangen?" - womit denn bitteschön??? -
"Ich muß nächste Woche nach Italien, da bleiben Dir vier Tage, um Dich einzuarbeiten, dann mußt Du den Laden eine Woche lang allein schaukeln. Geht doch, oder?"
Jetzt bin ich platt. Stottere was von Sohn zwischendurch zum Arzt bringen und schwinge mich in mein Auto.
Im "Il Paradiso" wird meinem leidenden Kind gleich die ganze Bandbreite italienischen Familiensinns und ein großes Glas Kakao zuteil, und mir die Funktion der Espressomaschine und der Kasse erklärt. Das war's. Jetzt hab ich also einen Job. So kanns geh'n.
Einladung
Nur das mit dem Schreiben ist so eine Sache. Und mit dem "gut Schreiben" noch einmal eine ganz andre. Schreiben ist wie radfahren: Klar kann man radfahren, kann fast jeder. Aber wenn man sein Rad nach jahrelanger Einzelhaft im feuchten Kellergewölbe wieder ans Tageslicht zerrt, hat man erst einmal mit platten Reifen und rostigen Ketten zu kämpfen. Und nur, weil man radfahren kann, heißt das noch lange nicht, daß man auch ein guter Mechaniker ist...
Bleibt also abzuwarten, ob ich mich von der Mechanik (und der kaputten i-Taste auf meiner Laptoptastatur) kleinkriegen lasse, oder nicht!
Fußball-Gedanke
Fußball-Gedanke
Fußball-Haiku
Fußball Haiku
Zehn Zeilen von Sudabeh Mohafez

Bin beim querstöbern auf ein sehr schönes Weblog gestoßen.
Es nennt sich "zehn zeilen" und wird von der Autorin Sudabeh Mohafez (eukapirates) unterhalten, die ursprünglich aus Teheran stammt.
Sie lebt und arbeitet heute... wie sie in ihrer Biographie selbst schreibt:
... als freie Autorin in Deutschland und Portugal und ist, entgegen hartnäckig wiederkehrender Behauptungen in den Medien, niemals aus dem Iran geflohen, auch wenn das viel dramatischer wäre und sicher eine spitzenmäßige Abenteuergeschichte abgäbe. Die Fakten sind leider viel banaler: Sie stieg ungehindert, unbelästigt und von keinem einzigen "islamistischen Mullah" oder "fundamentalistischen Extremisten" verfolgt in ein Flugzeug und verlegte ihren Lebensmittelpunkt von Teheran nach damals noch West-Berlin.
Hier das 2007 erschienene Buch:
Wüstenhimmel Sternenland
(Erzählungen/Taschenbuch, BvT, 2007, ISBN – 978-3833304644)
:: LINK: Weblog "zehn zeilen"
:: LINK: Bücher und Website von Sudabeh Mohafez
Fußballgedanke
Antikes Motorrad-Quartett

Ich spiele es noch immer, obwohl die Mode der Motorradfahrer in den 70ern fast ans lächerliche grenzt und die Hubraumzahlen der damaligen Rennsportgeräte kaum über die eines heutigen Vorgartenrasenmähers reichen.
:: LINK: Mehr Spiele der 70er und 80er Jahre
Motorradtour nach Tschernobyl

Vor ein paar Jahren schon ist mir der Inhalt der Seite www.kiddofspeed.com durch Mark und Bein gegangen.
Sie zeigt Elenas Reisen und Projekte. Eines davon führte sie mit ihrer Kawasaki Ninja und einem Geiger-Zähler durch die evakuierte Todeszone von Tschernobyl.
:: LINK: Mit dem Motorrad nach Tschernobyl und andere Projekte
:: LINK: Tschernobyl bei Wikipedia
Ja Sagen

Als Kind habe ich die Sagen gehasst. Sie waren mir so fremd, wie mein Vater, der mir jeden Geburtstag einen dicken Band schenkte, wenn er nicht vergaß.
Ein Mal im Jahr gingen wir in das Buchgeschäft der aufgeräumten Provinzstadt und stöberten. Ich bekam leuchtende Augen bei Karl Mai und 5-Freunde aber da hatte er schon begeistert die dicken, dunkel gebundenen Schinken mit den unheimlichen Illustrationen aus den Sonderangebots-Ecken hervorgekramt.
Ich traute mich nicht nein sagen. Ich fühlte mich machtlos. Und er kaufte sie für mich. Wenn mir heute ein Plastiksackerl-Griff das Blut in der Hand abschneidet, denke ich an diese schweren Bücher mit Worten aus Blei.
Sagen ließt man nicht alleine. Sie werden einem vorgelesen oder man selbst liest sie jemandem anderen vor.
Mein Vater las aber seinen Kindern in der neuen Familie vor und meine Mutter hatte mit uns vieren zu viel zu tun, als mit mir die einfältigen Geschichten zu lesen.
Mit 11,6 Jahren ging mir der Lesestoff aus. Komplett. Jedes interessante und halbwegs altersgerechte Werk im Haus hatte ich durch und leider zu gut in Erinnerung, als daß ich es nocheinmal lesen wollte. Das Taschengeld war im Kaugummiautomat.
So griff ich widerwillig zu den Sagenbüchern und verfiel ihnen nächtelang mit der Taschenlampe unter der Bettdecke und den Ersatzbatterien aus dem portablen Radiorekorder meines Bruders.
Auf www.sagen.at gibt es eine berauschende Sammlung. Ausdrucken und vorlesen (lassen).
:: LINK: www.sagen.at
Fußball-Gedanke
Stimmen für die Sendung ohne Namen
Wem die österreichische TV-Produktion "Sendung Ohne Namen" gefallen hat und nun traurig darüber ist, dass sie abgesetzt wurde, kann hier unkompliziert bei "Petition ohne Namen" seine Stimme abgeben.Die bisher kreativste Sendung im österreichischen Rundfunk (nach "AmDamDes" natürlich:-) wurde abgesetzt, weil sie nicht mehr in das neue Programm-Schema passt.
:: LINK: Stimme abgeben bei der Petition ohne Namen"
:: LINK: "SoN"-Sendung ohne Namen bei Wikipedia

Fußball-Gedanke
Fortsetzungsgedicht-Bitte weiterschreiben
vor dem kleinen Monitor
im Büro mit guter Lage
und 'nem Kopf mit Brummfaktor
Heute aber war das anders
denn ich hatt' was bess'res vor
schien der Tag doch heut besonders
sonnig vor der Wohnungstür
Doch bevor ich treten konnte
auf die Straße vor das Tor
hat bestätigt, was ich ahnte-
undicht tropft ein Wasserrohr
Also rief ich einen Mann an
der für Geld weiß was zu tun ist
und mit Abflüssen gut kann.
"Urlaub?" Oh verdammter Mist.
Schnell dann eben einen Kübel
unter die Misere schieben
bloß schnell weg von diesem Übel
Freizeit wird jetzt groß geschrieben
Also flücht ich stark geblendet
von dem grellen Himmelsschein
aus der Wohnung auf die Straße
plötzlich fällt mir noch was ein!
Hab ich sie doch glatt vergessen
meine neuen schicken Brillen
ach, die wär'n jetzt angemessen
ich geh zurück mit Wiederwillen.
Plötzlich merk ich tief erschrocken
dass der Bund fehlt mit dem Schlüssel
...
Bitte ab hier den Vierzeiler weiterschreiben!
Hannes Kartnig – die Freundesliste
Hannes Kartnig ist Österreichs Paris Hilton. Der Unterschied: Er ist schon im Häfen, sie kommt erst dorthin – und sie hat mehr Geld. Ich bin mir sicher in beidem Fällen laufen die Gehirne der Fernseh-Macher scbon Amok – endlich ist die Steigerungsstufe zu „Big Brother" gefunden. Der Titel: Rolls-Royce-Fahrer – ihr bizarres Leben hinter Gittern! Oder knapper: „Millionärs-Gefängnis."
Selten hat eine Verhaftung Österreich so belustigt, wie jene von Hannes Kartnig. Er saß erst bei seinem ersten „schwedischen Frühstück", da wollte schon jeder eine Schmäh-Elfmeter per SMS verwandeln. Von „Hannes Kartnig, hörst Du nicht, hörst Du nicht den Wärter, hörst Du nicht den Wärter" über Hannes Kartnig: „Neue Diät-Show im Häfn-TV" bis hin zu „Hannes Kartnig wird Leoben-Präsident! Denn dort gibts das schönste Häfen-Büro". Das ganze Land scheint in Aufruhr zu sein, selbst der Augustin-Verkäufer am Wiener Westbahnhof spritzt vor Verbal-Adrenalin: „Hannes Kartnig Präsident des FC Stein! Extrablatt! Extrablatt!". Und die vielen Kritiker des ORF stellen die Frage, ob Elmar Oberhausers berüchtigte Hannes Kartnig Belangssendung „Sport am Sonntag" künftig aus dem Grazer Gefängnis kommt, oder ob es eine Außenstelle geben wird.
Hannes Kartnig weint. Aber Hannes Kartnig hat kein Mitleid verdient. Als die Sonne schien, hat er sich vorgedrängt und alle anderen nach hinten gedrängelt. Als das Stadion voll war, hat er als erstes die Freikarten für Rollstuhlfahrer limitiert. Als er merkte, dass die Leute nur Ivica Osim lieben, hat er ihn mit den Tricks der Gosse hinausgeekelt. „Zuviel Licht schadet der Wahrnehmung", sagte Osim. Kartnigs-Haberer-Partie ließ den Dicken weiter in die Scheinwerfer schauen – bis er blind war.
Hat Jemand Edi Finger juniors Auftritt in Puls-TV gesehen? Zum narrisch werden. Unglaublich, wie er den "Hannes" von Schuld freisprechen will. Ja, zur Unschuldsvermutung – aber nein zur Blanko-Freisprechung! Unglaublich, wie er nicht gewußt haben will, das Kartnig im Casino verzockte. Unfassbar, wie er ihn noch immer umgarnt.
Und so waren sie alle, die Aguren in Kartnigs Schatten, die Selbst-Nebendarsteller und die Hofberichterstatter in Graz und in Wien. Schulterklopfen war Leistungssport und sie haben sich den Hannes wie einen Hofnarren gehalten: Komm Hannes, tanz amoi! Wer gegen Kartnig war, war link, links, Sozialromantiker, Betrüger. Nichtstuer, Wiener Mafia.
Elmar Oberhauser – sein heimlicher Zwilliing. In wievielen Hannes-Kartnig-Belangsendungen hat er Hannes Kartnig auftreten lassen? Wie oft kam nur Kartnig zu Wort, nie aber seine Widersacher, die später dann alle Prozesse gewannen?
Seine Hofpoeten in Graz, bei den Tageszeitungen, und in Wien, bei den die Leuten, die seine Biographie schrieben mit Hunderten Bildern des begnadeten Selbstdarstellers?
Wer von ihnen hat die unglaubliche Verhöhung jener durch den Sturm-Konkurs betroffenen thematisiert, als Kartnig im Rolls-Royce zur Konkursverhandlung vorfuhr?
Hannes Karntnig ist nicht das Opfer seiner Feinde, sondern Opfer seiner selbst und: Hannes Kartnig ist das Opfer seiner Freunde.
Ob er wohl eine Zelle mit Blick auf die benachbarte Gruabn hat?
Un capriccio del cosa
How do you pronouce this? Ähm...Come pronuncio? Er verstand nur wenig Deutsch, un po' d'inglese, und ich nur wenig italienisch. Aber sein runder toskanischer Dialekt schmiegte sich in mein Ohr mit dem leicht rollenden "R" und diesen kurzen "A", weich aber bestimmt.
Oft saß er nur da, schaute mich mit aufgestütztem Ellbogen an, bis ich ihm mein Heft hinhielt und ihn mit einem Lächeln bat: "Esaminare, prego!".
Ich wußte, dass er mich gern abprüfte, auch wenn er belustigt die Augen verdrehte, weil er bei den falschen Worten immer lachte.
Es ist schon fast ein Jahr her, seit ich ihn zum Abschied freundschaftlich auf seine rot angelaufenen Wangen küsste und merkte, dass ich keine Worte des Abschieds in meinem Kopf finden konnte.
Als ich durch die Hörbücher von iTunes stöberte, stieß ich auf "Italienisch-Leicht gelernt" und hörte mich in die ersten paar Sekunden hinein.
"Come ti chiami?" fragte eine junge Frau nach ihrer persönlichen Vorstellung in dem kleinen Rollenspiel, einen jungen Herren. "Chiamo........"
Leider waren die Sekunden schon abgelaufen, aber dieses eine Wort...Es war SEINE Stimme, sein toskanischer Akzent und mir fiel alles wieder ein, die langen sonnigen Tage, seine leicht rollendes "R", nur sein Name nicht.
Natürlich kaufte ich das Hörbuch (vielleicht aus der blöden Annahme, seinen Namen zu erfahren. Aber einmal heißt er Fabrizio, und in einer andern Rolle wieder Roberto und natürlich ist es nicht ER, der da spricht.)
Aber trotzdem bringt mir seine Stimme die Bilder jenes Sommers wieder.
Und hoffentlich lernt er mir nicht die Worte des Abschieds.
Ageisterungstag IV
Unendliches Wort
Aufgabe des Hundes: Stock holen
Hauptstadt von Kenia: Nairobi
Wegweiser in Klagenfurt: Glei obi
Christlicher in Wien: Schönborn
Aufgabe des Tischlers: Schon bohren
Hauptstadt von Spanien: Madrid
Aufgabe eines Politikers: Rücktritt
Hauptstadt von England: London
Pornstostar aus den USA: Long Don
Hauptstadt von Nordirland: Belfast
Aufgabe eines Wachhundes: Bell schnell
Großstadt in Holland: Amsterdam
Erleichterung für Haustier: Hamster-Damm
Worterfinderei
X Lustwagen bzw. Lust wagen
X Schoko-Lade (Süssigkeiten-Box)
X UWB (Unknown Woman Beeings - Frauen, die einem auch ohne Namen gefallen)
X Liederatur - über Songs schreiben
X Drau.de (deutsche Fan-Seite der Drau-Urlauber)
X Traude (deutsche Drau-Urlauberin)
X Liter-Natur - ein Trinker
