Gespräch mit einer Mutter

"Ich könnte ihn manchmal an die Wand schmeißen", sagt die Mutter über ihren mogoloiden 4 jährigen Samuel. "Er schreit den ganzen Tag, wie am Spieß und wirft die sauteuren behindertengerechten Bauklötze durchs Wohnzimmer, sabbert und weigert sich tagelang zu essen.
Aus dem Kinderwagen windet er sich wie ein Aal, er will nicht sitzen. Kaum hat er sich losgeschnallt, wirft er sich auf den Boden - im Supermarkt, auf der Straße, klaubt unsichtbare Murmeln auf und wälzt sich im Dreck.
Abends ist er durch die Müdigkeit so überdreht, dass er nur einschlafen kann, wenn ich ihn stundenlang hin und her wiege.

Manchmal hab ich Angst, dass er an seinen Tränen erstickt.

Alle wissen so gut darüber Bescheid, wie ich ihn zu behandeln habe. Die Ärzte, die Psychologen, andere Mütter. Ich soll ihn in ein Heim geben, mein Leben normal weiterleben, mich nicht überfordern, ihn wegstecken. Viele sagen, dass ich abtreiben hätte lassen sollen. Das arme Kind leidet, sagen sie.

Aber kurz bevor er seine braunen Mandelaugen zumacht und wegdöst, flüstert er mir das Wort "L-I-E-B" an die Schulter.
Manchmal hab ich Angst, an meinen Tränen zu ersticken, wenn ich darüber nachdenke ihn weggeben zu müssen. Er ist mein Sohn."
Jimmy Trade - 22. Mai, 22:45

Zu diesem Thema habe ich einen Text auf Lager - "Ernst". Muss ihn aber erst suchen.

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